Die Wilde Karde - Botanik und Bedeutung

„Die Kardendistel habe ich auch in meinem Garten.“ Das hören wir oft von unseren Kunden. Tatsächlich ist diese Bezeichnung falsch, denn die Karde ist keine Distel.

Die Wilde Karde ist zwar in ganz Europa beheimatet und auch recht bekannt – ihre botanische Zuordnung gelingt trotzdem nicht jedem. Das zeigt uns die Erfahrung immer wieder, gerade auch mit Menschen, die ihre eigenen Tinkturen herstellen möchten: Manche verwechseln die Wilde Karde mit ähnlich aussehenden Gewächsen.

Als echte Fans dieser großartigen Pflanze nutzen wir hier die Gelegenheit und ordnen die Wilde Karde botanisch ein.

Die Wilde Karde gehört – mit all ihren Gattungen – zur Familie der Kardengewächse. Diese sehen zwar distelähnlich aus, sind aber keine Disteln.

Spannend, oder? Jetzt wird es botanisch sogar noch konkreter.

Die Familie der Kardengewächse umfasst folgende Gattungen:

  • Karde Dipsacus
  • Witwenblume Knautia
  • Grindkraut Scabiosa
  • Teufelsabiss Succisa

Die Gattung „Karde“ umfasst dabei folgende Arten:

  • Wilde Karde
  • Schlitzblättrige Karde
  • Behaarte Karde
  • Schlanke Karde

Für uns von der Kardenwelt sind die Wilde Karde und die sogenannte Weberkarde relevant.

Der heute gültige botanische Name der Wilden Karde lautet „Dipsacus Fullonum“ und bedeutet so viel wie „Distel des Tuchmachers“. Das ist irreführend, da zum Rauen von Gewebe früher die Weberkarde verwendet wurde, „Dipsacus Sativus“. Die stammt allerdings nicht von der Wilden Karde ab, sondern von der mediterranen Kardenart „Dipsacus Ferox“.

Und um die Verwirrung komplett zu machen: Die Weberkarde trug früher den Namen „Dipsacus Fullonum“ – der wie erwähnt heute der Wilden Karde zugeordnet ist.

Wir geben es zu, ganz so einfach ist das mit der Zuordnung wirklich nicht.

Was wir Ihnen deswegen an dieser Stelle noch sagen möchten: Im Buch „Borreliose natürlich heilen“ zeigt Wolf-Dieter Storl auf Seite 148 eine Weberkarde, keine Wilde Karde.

Eine Pflanze mit Vergangenheit

Die Wilde Karde hat eine aufregende Vergangenheit: In der Traditionellen Chinesischen Medizin ist sie bis heute fest verankert. Aber auch Maria Treben – vielen sicherlich ein Begriff – setzte sie heilkundlich ein. Übrigens sehr ähnlich, wie es heute Wolf-Dieter Storl z. B. im Buch „Borreliose natürlich heilen“ tut.

Abseits der Naturheilkunde wurde speziell der stachelige Kopf der Karde bis zur Ablösung durch Chemikalien zum Weichmachen von Textilien genutzt. Auch noch in der industriellen Zeit.

Noch heute gibt es deshalb in der Textilbranche den Begriff des “Kardierens”. Was das genau bedeutet und ob der Begriff tatsächlich von der Karde stammt (Spoiler: Ja, tut er), lesen Sie in unserer geschichtlichen Zusammenfassung.

Ein beliebtes Fotomotiv

Heute verwendet man die Karde nicht mehr zum Rauen von Gewebe. Dafür ist sie – neben ihrem Einsatz in der Heilkunde – ein beliebtes Motiv für private und professionelle Fotografen. Woran das liegt? An ihrer Blüte. Die ist nämlich außergewöhnlich schön. Finden auch wir.

Deswegen zeigen wir Ihnen – neben Fakten und Produkten – auf dieser Webseite einige wunderbare Karden-Impressionen.

Die Wilde Karde – Fotogalerie

 

Und hier finden Sie auch noch ein paar Produkte

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